Spinat solltest du nicht in Wasser kochen
Auch wenn häufig von „Spinat kochen“ die Rede ist, solltest du ihn nicht in Wasser garen. Die zarten Spinatblätter benötigen nur eine kurze Hitzeeinwirkung und andere Garmethoden sind dafür besser geeignet.
Insbesondere der ganz feine Babyspinat ist dafür zu empfindlich – das sind die deutlich zarteren und milderen Spinatblätter, die von Frühling bis Mai geerntet werden.
Und selbst den herberen, großblättrigeren und robusteren Winterspinat mit groben Stängeln solltest du nicht in kochendes Wasser geben.

Warum ist das nicht sinnvoll?
Wenn du Spinat in Wasser kochst, gehen nicht nur wertvolle Mikronährstoffe wie hitzeempfindliches Vitamin C oder B-Vitamine verloren, sondern auch der Gehalt an Mineralstoffen nimmt ab – da Kalium und Co. ins Kochwasser übergehen.
Ein weiterer Nachteil: Auch das zarte Aroma der Spinatblätter verträgt allenfalls eine kurze Garzeit. Zusätzlich leidet die Konsistenz beim Spinat Kochen, insbesondere dann, wenn du keinen selbst gemachten Rahmspinat aus gehackten Spinatblättern, sondern Spinat als Beilage servieren möchtest.
Damit frische Spinatblätter auch nach der Zubereitung noch als grünes Blattgemüse zu erkennen sind und nicht als „grüner Matsch“ auf deinem Teller landen, beherzige einfach meine folgenden Tipps zum Garen von Spinat.
Wie du Spinat schonend zubereitest
Bei der Zubereitung von Spinat ist es sinnvoll zu unterscheiden, ob es sich um zarten, frühlingsfrischen Babyspinat oder um kräftigeren Winterspinat handelt.
Babyspinat richtig zubereiten
Um das gesamte Nährstoffspektrum der grünen Blätter auszukosten, empfehle ich dir, frischen Babyspinat im Frühling öfter mal als vitaminreichen Salat (z.B. Spinat-Salat mit Heidelbeer-Dressing) zu servieren. Oder bereite dir einen Grünen Smoothie mit Babyspinat zu – inklusive einer Extraportion zellschützender Antioxidanzien.

Zarten Spinat kannst du auch ideal für leckere Pastagerichte verwenden. Aufgrund der zarten Struktur reicht es vollkommen aus, die geputzten Spinatblätter kurz vor dem Servieren unter das heiße Pastagericht zu heben – das zarte Grün zerfällt sofort beim Unterheben.
Du möchtest Babyspinat als Gemüsebeilage servieren? Dann empfehle ich dir, die gewaschenen Spinatblätter zu gedünsteten Zwiebel-und Knoblauchwürfeln in einen Topf zu geben, kurz den Deckel zu schließen und den Spinat nach deinem Gusto zu verfeinern.
Für Spinat als Topping für Pizza kannst du Babyspinat entweder kurz blanchieren (siehe „Winterspinat richtig zubereiten“) oder kurz in etwas Öl oder Orangensaft dünsten – inklusive Vitamin C für eine optimierte Eisenaufnahme.
Alternativ lässt sich Spinat auch exzellent und besonders aroma- und nährstoffschonend dämpfen.
Du liebst Rahmspinat? Dann probier doch mal eine selbst gemachte Variante aus.
So machst du deinen eigenen Rahmspinat
Schritt-für-Schritt-Anleitung:
Frische Spinatblätter putzen und in feine Streifen schneiden oder hacken
Zwiebelwürfel kurz in etwas Rapsöl glasig dünsten
Die Zwiebelwürfel mit einem Schuss Sahne ablöschen und den zerkleinerten Spinat unterheben
Den Rahmspinat mit etwas Salz, Pfeffer und Muskat würzen
Tipps:Ich verfeinere Rahmspinat oder Spinatsoßen für Pasta einfach mit etwas Frischkäse. Für eine vegane Variante kannst du die Sahne oder den Frischkäse einfach durch ein pflanzliches Pendant austauschen.
Winterspinat richtig zubereiten
Bei kräftigerem Winterspinat würde ich dir hingegen empfehlen, den Spinat zunächst zu blanchieren, bevor du ihn unter Spaghetti hebst – oder Spinat als Gemüsebeilage servierst. Wie einfach das funktioniert, erklärt dir mein Kollege Florian in seinem Artikel Spinat blanchieren.
Anstatt Spinat zu kochen oder zu blanchieren, kannst du die gewaschenen Blätter des Winterspinats auch kurz in etwas Öl anbraten oder in ein wenig Flüssigkeit dünsten.
Während du die zerkleinerten Spinatblätter für Pastasoßen einfach zur fertigen heißen Sahne- oder Tomatensoße geben kannst, reichen zum Dünsten wenige Esslöffel Flüssigkeit aus.
Zusätzlich lässt sich Winterspinat ebenfalls dämpfen. Aufgrund der gröberen Konsistenz benötigt gedünsteter oder gedämpfter Winterspinat etwas länger als die Frühlingsvariante – schnell geht es trotzdem, da selbst Winterspinat innerhalb weniger Minuten ausreichend gar wird. Die mitunter leicht holzigen Stängel des Winterspinats kannst du vor der Zubereitung gegebenenfalls entfernen.

Fazit: Anstatt Spinat zu kochen, ist Blanchieren, Dämpfen oder Dünsten die bessere Wahl für die Zubereitung des grünen Blattgemüses.
Leckere Spinat-Rezepte - oder: Wie man Spinat heutzutage isst
Spinat ist eins meiner absoluten Lieblingsgemüse. In meiner Kindheit wurde mir Spinat stets gehackt als tiefgekühltes Fertigprodukt mit Sahne, Stärke und weiteren Zusätzen serviert – meistens als Klassiker mit Kartoffelpürée und Fischstäbchen.
Mittlerweile hat sich glücklicherweise viel getan und Spinat wird auch frisch in facettenreicher Variante zubereitet: Von zartem Babyspinat-Salat mit Grapefruit über vegane Spinatködel bis hin zu Spinatstrudel und asiatisch interpretiertem Spinat mit Paneer – einem indischen Frischkäse aus Milch und Zitronensaft.

Außerhalb der Saison spricht aus meiner Sicht nichts gegen TK-Spinat: Ich habe selbst immer etwas tiefgekühlten Spinat in meinem Eisfach – allerdings nicht gehackt in fertig gewürztem Rahm sondern pur als Blattspinat für One Pot Pasta mit Spinat oder Spinat-Quesadillas.

Wenn ich mal Lust auf Rahm-Spinat habe, dann lieber als selbst zubereitete Version mit einem kleinen Schuss Bio-Sahne – ohne künstliche Aromen, Weizenmehl und sonstige Zusatzstoffe.
Auch als Spinat Dal mit Kichererbsen oder als Gebäck in Form unserer Spinat-Buchweizen-Waffeln mit deinem Lieblings-Dip macht frischer Spinat eine gute Figur.

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Titelbild: SevenCooks