Gesund lebenFamilie und Kinder

Kakaopulver: Alles über die unterschiedlichen Sorten

Profilbild Beke Enderstein

von Beke Enderstein

13.11.2021

Kakao kannst du vielseitig zum Backen und Kochen nutzen oder als Trinkschokolade genießen. Beim Kauf hast du die Wahl zwischen schwach und stark entöltem Kakao. Wir erklären dir, wo der Unterschied liegt und wofür du welche Sorte verwenden kannst.

Was koche ich heute?

Lass dir Rezepte vorschlagen, die genau zu dir passen. Jeden Tag neu - gesund und lecker.

Hol dir die SevenCooks App

Was ist „entölter Kakao“?

"Entölt" bedeutet, dass dem Kakao ein Teil seines natürlichen Fettes, also ein Teil der Kakaobutter, entzogen wurde.

Je nachdem, wie viel Fett beim Entölen entfernt wird, entsteht entweder schwach oder stark entölter Kakao.

Warum entölt man Kakao?

Kakao muss entölt werden, damit daraus Pulver gemacht werden kann. Denn der natürliche Fettgehalt der Kakaobohnen würde das Pulverisieren verhindert.

Um besser zu verstehen, warum das nötig ist, sehen wir uns doch einfach mal gemeinsam an, wie Kakao hergestellt wird.

Entölung: So wird Kakao hergestellt

Die Entölung des Kakaos ist ein wesentlicher Schritt bei der Verarbeitung von Kakaobohnen.

Die einzelnen Schritte bei der Kakaoherstellung:

  • Die geernteten Kakaobohnen werden zunächst bei ca. 45-50 Grad für ca. eine Woche fermentiert, damit sich das typische schokoladige Aroma entwickelt.

  • Im Anschluss werden die Bohnen bis zu zwei Wochen in der Sonne getrocknet und leicht geröstet: Dadurch intensivieren sich die köstlich-schokoladigen Nuancen.

  • Die gerösteten Kakaobohnen werden anschließend gemahlen: Dabei entsteht aufgrund des hohen Fettgehaltes der Kakaobohnen ein zähflüssiger Brei, der als Kakaomasse bezeichnet wird.

  • Um aus der Kakaomasse im nächsten Schritt Kakaopulver herstellen zu können, muss der Fettgehalt bzw. der Kakaobutteranteil reduziert bzw. abgepresst werden.

  • Beim Abpressen (der eigentliche Schritt um entölten Kakao zu bekommen) wird die Kakaomasse unter starkem Druck entölt. Dabei entsteht ein fettreduzierter Kakaopresskuchen: In Abhängigkeit, wie viel Kakaobutter abgepresst wird, ist das Ergebnis entweder stark oder schwach entölter Kakao.

  • Der entölte Presskuchen wird anschließend mehrmals gemahlen und abgestiebt, bis der eigentliche, pulverisierte Kakao entsteht.

Unterschied zwischen leicht und stark entöltem Kakao?

Während schwach entöltes Kakaopulver mindestens 20 Prozent Kakaobutter enthält, beträgt der Fettanteil bei stark entöltem Kakao ca. 8 bis 10 Prozent. Durch den höheren Kakaobutteranteil gilt leicht entölter Kakao als hochwertiger und wird als Edelkakao bezeichnet.

Geschmacklich unterscheiden sich die beiden Kakaosorten dadurch, dass der fettreichere Kakao etwas aromatischer, milder und schokoladiger schmeckt. Der günstigere, stark entölte Kakao ist entsprechend des niedrigeren Kakaobutteranteils günstiger, weniger vollmundig und leicht herb.

Unterschiede auf einen Blick:

  • Schwach entölter Kakao enthält mehr Kakaobutter
  • Stark entölter Kakao ist günstiger und weniger vollmundig
  • Aromatischer, fettreicherer Kakao wird als Edelkakao bezeichnet
  • Stark entölter Kakao enthält besonders viele Mikronährstoffe
  • Fettarmer Kakao, entölt ist besser löslich

Was ist gesünder „stark entölter Kakao“ oder „schwach entölter Kakao“?

Generell ist Kakao ein gesundes Lebensmittel: Er enhtält viele Mineralstoffe wie Magnesium, Kalium, Eisen und Calcium. Außerdem sekundäre Pflanzenstoffe in Form von Polyphenolen bzw. Flavanoiden.

Als Antioxidantien wirken diese pflanzlichen Inhaltsstoffe zellschützend und können freie Radikale neutralisieren.

Man kann Kakao daher durchaus als Superfood bezeichnen – genau wie grünen Tee, Brokkoli oder Heidelbeeren.

Das gilt allerdings nur für Kakaopulver ohne Zusätze und nicht für verzuckerte Schokodrinks und ähnliches.

Obwohl Kakao gesunde Inhaltsstoffe enthält, spielt er für unsere Gesundhkeit keine große Rolle.

Das liegt daran, dass wir ihn als Genussmittel nur in relativ kleinen Mengen zu uns nehmen.

Weil diese Mengen so gering sind, ist es für deine Gesundheit auch irrelevant, ob du zu stark oder schwach geöltem Kakao greifst.

Hier kannst du reinen Gewissens nach Geschmack entscheiden.

Wenn du es aber wirklich wissen willst: Stark entölter Kakao ist etwas gesünder, weil er weniger Fett, aber mehr Mikronährstoffe enthält.

Hilft Kakao beim Abnehmen?

Kakaopulver kann dir durchaus dabei helfen, Pfunde zu verlieren. Und zwar dann, wenn du ihn als Ersatz für kalorienreiche Süßigkeiten isst.

Statt gekaufte Schokolade mit hohem Zuckeranteil zu verputzen, kannst du dir zum Beispiel einen nährstoffreichen Schokoladenpudding zubereiten.

Und zwar so: Vollwertige Schmelzflocken aus Hafer oder Dinkel mit heißer (Pflanzenmilch-) Milch und Kakaopulver verrühren, leicht süßen und genießen.

Oder du machst dir eine Trinkschokolade wie ich, als ich beim Schreiben dieses Textes richtig Lust darauf bekommen habe: Mische dazu Kakaopulver mit Mandelmilch, etwas Vanillemarkt und Erythrit.

Wofür verwende ich stark entöltes und wofür schwach entöltes Kakaopulver?

Eins vorweg: Du kannst im Endeffekt beide Kakasosorten gegeneinander austauschen. Ich persönlich habe meistens auch nur eine Variante zuhause.

Dennoch sind die einzelnen Produkte aufgrund des Aromas, der Konsistenz und der Löslichkeit jeweils besser für verschiedene Rezepte geeignet.

Weil sich stark entölter Kakao besser löst, eignet er sich für (kalte) Getränke, Eiscreme und Desserts. Auch das bekannte Instantschokopulver wird aufgrund des günstigeren Preis und der leichteren Löslichkeit in kalter Milch mit stark entöltem Kakao hergestellt.

Für Getränke und Speisen mit einem hohen Wassergehalt wie Pudding, bevorzugen viele Feinschmecker hingegen schwach entölten, aromatischeren Kakao.

Du liebst heiße Schokolade? Dann empfehle ich dir, das beliebte Heißgetränk mit Edelkakao zuzubereiten. Dadurch wird der Genuss besonders cremig, vollmundig und intensiv schokoladig.

Tipp: Da sich fettärmerer Kakao besser in Milch und Co. löst, ist es sinnvoll, das Kakaopulver für Trinkschokolade zunächst in wenig Flüssigkeit gründlich zu verrühren – am besten mithilfe eines Schneebesens. Insbesondere bei kalter Milch sorgt dieser Schritt dafür, dass sich der Kakao nicht an der Oberfläche absetzt. Im Anschluss kannst du dann die restliche Milch oder einen Pflanzendrink zugeben.

Kakao-Rezepte: himmlische Verführungen

Hast du jetzt so richtig Lust auf Kakao bekommen? Hoffentlich!

Ich entlasse dich deshalb mit ein paar Ideen, was du daraus zaubern kannst.

Heiße dunkle Schokolade Unsere sündhaft leckere Heiße dunkle Schokolade gelingt super mit stark entöltem Kakao. Foto: SevenCooks

Veganer Schokoladenkuchen mit Schokoglasur Stark enölter Kakao eignet sich auch für Kuchen und Kekse. Probier unbedingt mal unseren Saftigen Schokoladenkuchen mit Schokoglasur. Foto: SevenCooks

Veganes Tiramisu Fans von süßen Sünden à la Bella Italia kommen mit unserem veganen Tiramisu als Dessert voll auf ihre Kosten. Foto: SevenCooks

Schoko-Haselnuss-Cantuccini Der perfekte Begleiter zum Espresso: unsere knackigen Schoko-Haselnuss-Cantuccini. Foto: SevenCooks

Schoko-Nuss-Aufstrich Du gehörst zu den Frühstücksfans, die sich ihr Brot nicht ohne Schokoaufstrich vorstellen können? Dann lege ich dir unseren Schoko-Nuss-Aufstrich mit schwach entöltem Kakao ans Herz: garantiert nachhaltiger und gesünder, da ohne Kristallzucker und Palmöl! Foto: SevenCooks

Schokoladen-Pudding-Pulver Du liebst cremigen Schokopudding, der dich in deine Kindheit versetzt, genauso wie wir? Dann bereite dir doch dein eigenes Schokoladen-Pudding-Pulver aus Kakao, Stärke und Kokosblütenzucker zu – auf Wunsch mit etwas fruchtiger Orangenschale. So sparst du nicht nur bares Geld sondern auch Verpackungsmaterial. Foto: SevenCoooks

Einkaufstipp

Egal, für welche Kakaosorte du dich entscheidest, empfehle ich dir, beim Kauf auf Bio-Qualität und ein Fairtrade-Siegel zu achten, um einen nachhaltigen, sozialgerechten Anbau von Kakao zu unterstützen – genau wie beim Kaufen von Tee oder Kaffee.

Lesetipps:

Titelbild: SevenCooks

Die besten Artikel und Rezepte

... direkt in dein Postfach. Jede Woche neue Rezeptideen und spannende Magazinartikel als Newsletter.