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Kinderhand mit einem Stück Brot in der Hand, Nahaufnahme vor hellem Hintergrund. Kind trägt dunkelblauen Pullover.

Fingerfood für Säuglinge: Essen spielerisch entdecken

09.03.2020
Wenn dein Kind älter wird, möchte es selbstständiger essen. Ich zeige dir, an welchen Anzeichen du das erkennst und was sich als Fingerfood eignet.

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Wenn du dein Kind beim Essen beobachtest, wirst du im Laufe der Zeit deutliche Veränderungen feststellen. In den ersten Lebensmonaten begibt sich dein kleiner Liebling zunächst komplett in deine Obhut.

Doch mit steigendem Entwicklungsgrad verändert sich das kulinarische Interesse deines Kindes.

Der Energie- und Nährstoffbedarf steigt. Gleichzeitig führt der zunehmende Wunsch nach Autonomie dazu, dass dein Kind immer selbstbestimmter essen möchte.

Besonders die spielerische Neugierde auf neue Erfahrungen spielt eine wichtige Rolle beim Fingerfood für Säuglinge.

Ich erkläre dir, wann du und dein Baby mit Fingerfood starten könnt und welche Lebensmittel sich dafür eignen.

Zusätzlich stelle ich dir ein immer beliebter werdendes Ernährungskonzept für Babys vor, bei dem klassische Breimahlzeiten von Anfang an durch Fingerfood ersetzt werden.

Wann ist der richtige Zeitpunkt für Fingerfood für Säuglinge?

Wann dein Baby bereit für Fingerfood ist, variiert von Kind zu Kind. Babys signalisieren ihre Bereitschaft für greifbares Essen individuell.

Am Ende des ersten – oder im Laufe des zweiten Lebenshalbjahres – kannst du sicher damit rechnen, dass dein Liebling immer mehr Interesse an eurem “normalen” Familienessen entwickeln wird.

Ein typisches Anzeichen, dass sich Säuglinge neben ihren Breimahlzeiten neue kulinarische Herausforderungen wünschen, ist der neugierige Blick auf die Teller von Eltern und größeren Geschwistern.

Dabei nimmt dein kleiner Schatz euer Essverhalten mit zunehmenden Interesse genau unter die Lupe.

Wenn dein Kind soweit ist, selbständiges Essen auszuprobieren, wird es dich nachahmen wollen.

Daher bist du wie so oft in deiner Vorbildfunktion gefragt. Du neigst dazu, schnell zu essen und dein Essen nicht gründlich genug zu kauen? Dann ist spätestens jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen, um dein eigenes Essverhalten zu reflektieren.

Lesetipp: Nicht nur gesunde Lebensmittel sind wichtig für die Entwicklung deines Kindes, auch auf die richtige Auswahl an Getränken solltest du achten. Alles was du dazu wissen musst, findest du hier: Gesunde Getränke: Was Kinder trinken sollen – und was nicht

Los geht es – Fingerfood für Beginners

Du bist dir unsicher, ob dein Kind schon für sein erstes Fingerfood bereit ist? Falls du es ausprobieren möchtest, setze dein Kind in seinen Hochstuhl mit an den Familientisch. Zunächst kannst du ihm wie gewohnt etwas Brei füttern oder es – je nach Entwicklungsstand – beim Essen mit dem Löffel unterstützen.

Kind in Hochstuhl Am besten probierst du es einfach selbst aus, ob dein Kind schon für Fingerfood bereit ist, oder noch Unterstützung beim Brei essen benötigt. Foto: yalehealth (Pixabay)

Dein Baby ist schon mit allen Breisorten – vom Möhrenbrei bis zum Obst-Getreide-Brei – vertraut? Dann kannst du zum Beispiel mit einem Stück Banane beginnen.

Gib deinem Kind das Fingerfood am besten nicht direkt in die Hand, sondern lege es vor ihm ab, so dass es selbst auf Entdeckungsreise gehen kann.

Falls ihr noch beim Gemüse-Kartoffel-Getreide-Brei seid, bietet sich hingegen ein gegarter Kartoffel- oder Möhrenstick als erstes Fingerfood an.

Die wichtigsten Regeln – Fingerfood für Säuglinge

Ich empfehle dir zum Start eine intuitive Vorgehensweise. Dennoch sind ein paar Regeln wichtig, die ich dir jetzt vorstellen möchte.

Damit dein Baby in der Lage ist, das Fingerfood selbstständig zu greifen, beobachte beim Spielen, wie es seine Hand einsetzt:

Der sogenannte Pinzettengriff – das Fixieren eines Gegenstandes zwischen Daumen und Zeigefinger –, der in der Regel ab ca. 7 Monaten funktioniert, ist keine Voraussetzung für Fingerfood.

Um Enttäuschungen zu vermeiden, ist es zum eigenständigen Essen allerdings sinnvoll, dass dein Baby einen Bauklotz oder ein sonstiges Spielzeug zumindest mit der gesamten Hand greifen kann.

Und ganz wichtig: Spielen mit dem Essen ist unbedingt gewünscht und fördert das kindliche Erleben und die Motorik. Gerade am Anfang wird das Zerdrücken einer Banane oder eines Möhrensticks vermutlich wichtiger als das Essen selbst sein.

Kind spielt mit Essen Gerade am Anfang ist das Spielen mit dem Essen förderlich für die Motorik und die haptische Wahrnehmung (der Tastsinn) des Kindes. Foto: freestocks-photos (Pixabay)

Tipps für Fingerfood im Säuglingsalter:

  • aufrechtes Sitzen, um ein Verschlucken zu vermeiden
  • gemeinsame Mahlzeit am Familientisch (Nachahm-Effekt)
  • weiches Fingerfood, welches allerdings beim Greifen seine Form behält
  • selbständiges Greifen per Pinzettengriff oder mit der ganzen Hand, damit das Fingerfood zum Mund geführt werden kann
  • die Lebensmittel sollten zu Beginn ausreichend groß, ca. fingergroß (deine Fingergröße) sein, damit es leichter greifbar ist. Später funktionieren auch mundgerechte Happen
  • Milchzähnchen sind nicht notwendig, da weiches Fingerfood mit der Kauleiste zerdrückt werden kann
  • kaltes oder lauwarmes, nicht heißes Fingerfood

Tipps: Gib deinem Kind zu Beginn nur einzelne Sorten, damit es sensorisch nicht überfordert wird. Mit der Zeit kannst du einen bunten Fingerfood-Mix zusammenstellen.

Welche Lebensmittel eignen sich als Fingerfood?

Solange dein Baby noch nicht mit dem Pinzettengriff vertraut ist, solltest du das Fingerfood so groß portionieren, dass es gut mit einer Babyhand greifbar ist. Später eignen sich kleine Häppchen wie Bananen- oder Gurkenscheiben, gekochte Vollkornnudeln oder ein gedünstetes Brokkoliröschen, um den Pinzettengriff zu üben.

Geeignetes Fingerfood für Säuglinge:

  • Gedünstete Gemüsesticks z.B. von Möhre, Kohlrabi oder Kürbis
  • Frische Gurkensticks
  • Gegarte Kartoffel-Sticks
  • Frisches, weiches Obst in Spalten wie Birne oder Melone
  • ein Drittel Banane
  • Avocadospalten
  • fein gemahlenes, nicht zu hartes Vollkornbrot ohne Körner, Nüsse oder Samen (Risiko des Verschluckens)
  • kein Salz, Zucker oder sonstige Gewürze ans Fingerfood

Verzichte auf Fertigprodukte wie Babykekse oder püriertes Obstmus zum Quetschen in Plastik. Die Lust auf Süßes kann insbesondere im ersten Lebensjahr ganz natürlich über frisches Obst gestillt werden.

Tipps: Manche Babys mögen auch gerne härtere Gemüse- und Brotsorten – zum Beispiel während des Zahnens –, um daran zu lutschen. So lange du dein Kind dabei genau beobachtest, spricht nichts dagegen.

Im Laufe der Zeit kannst du deinem Baby weitere Speisen wie feine Getreidetaler, Reisbällchen oder Brothäppchen mit Avocadomus anbieten, bevor es Schritt für Schritt zur Familienkost übergeht.

Lesetipps der Redaktion:

Titelbild: Myriams-Fotos (Pixabay)

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